Darwin

Donnerstag, 14. Juni

Wir haben es geschafft… und zwar ohne einen Plattfuss und ohne sonstige Pannen. Nicht, dass wir eine „Mords-Arbeit“ bewältigt hätten, nein, aber wir sind glücklich und heil an unserem Ziel angekommen. Gestern haben wir bei der Autovermietung in Darwin unseren Camper mit gemischten Gefühlen zurückgegeben. Er ist uns in den vergangenen 10 Wochen und nach beinahe 11’000 zurückgelegten Kilometern richtig ans Herz gewachsen. Obwohl… wir freuten uns auch mächtig auf ein richtiges Bett. Im Camper waren die Platzverhältnisse doch ziemlich eng, das „Glieger“ für Werni etwas kurz und unsere Ellbogen und Knie kamen einander hie und da in die Quere.😂

Jetzt wohnen wir  noch bis morgen Freitag Mittag in einem Hotel im Stadtzentrum von Darwin. Heute Vormittag haben wir, wie schon vor knapp 5 Jahren, die offizielle Hop-on-hop-off-Strecke mit einem kleinen Mietauto abgefahren. Es war interessant, eigentlich alle Orte kamen uns immer noch sehr bekannt vor, so, wie wenn wir erst vor kurzer Zeit hier gewesen wären. Das Meer hat immer noch eine wunderschöne, blau-türkise Farbe, die vielen Parks mit den uralten Bäumen sind genau so akribisch gepflegt, die Strände sind lang und einsam und – was uns auch diesmal verblüffte – Darwin ist eigentlich eine sehr kleine, übersichtliche Stadt.

Zum letzten Mal haben wir heute Mittag nochmals wunderbaren Barramundi-Fisch gegessen. Gegen Abend haben wir uns mit Freunden vom Canningstock-Abenteuer getroffen und sind mit ihnen durch den wöchentlich stattfindenden Mindil Beach-Sunset Market geschlendert und haben viel geplaudert und viel gegessen!

Jetzt ist es so weit: Morgen steigen wir ins Flugzeug und fliegen via Singapore in die Schweiz zurück.

In der Tagesschau würde es jetzt heissen: „Damit beschliessen wir die Berichterstattung zu diesem Thema“. Das tun wir nun auch und schliessen die Berichterstattung über unsere Reise…

Allen, die unseren Blog kommentiert oder von denen wir ein Mail erhalten haben, danken wir ganz herzlich. Wir haben uns über das Echo immer sehr gefreut! Bis bald wieder in der Schweiz! Und noch etwas: Vreni wird in der Schweiz wohl in Kürze ihre alte Handy-Nummer zurück erhalten und wieder erreichbar sein.

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Sunset in Darwin an der Mindil Beach

Vom Kakadu Nationalpark nach Darwin

Freitag, 8. bis Montag, 11.Juni

Am vergangenen Freitag verliessen wir Jabiru und den Kakadu-Park westwärts.

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Blick über die Wetlands

Wie schon bei unserer letzten Australienreise machten wir einen Halt am mächtigen Mary River und fuhren anschliessend noch bis Corroboree.

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Am Mary River

Am Samstag, nach einer ausserordentlich feucht-schwülen Nacht, besuchten wir den kleinen Djukinj NP. Wir konnten sehr, sehr viele Wasservögel beobachten und ganze „Meere“ von blühenden Wasserlilien breiteten sich vor unseren Augen aus.

Der absolute Höhepunkt dieses Tages war aber der Besuch des Territory Wildlife Park bei Berry Springs, der zwar weit entfernt liegt, aber doch schon zu Darwin gehört. Diesen Park kann man mit dem Wildpark von Arth Goldau vergleichen… nur ist dieser hier viel grösser (halt australische Platzverhältnisse😃). Es leben ausschliesslich australische Tiere in riesigen Gehegen und der Besucher geht hinein zu den Tieren. Schade, wir hatten nur drei Stunden Zeit, um uns zu Fuss umzusehen. Sehr müde und auch sehr erhitzt übernachteten wir im feucht-tropischen Berry Springs.

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Sonnenuntergang in Berry Springs

Gestern  besuchten wir den Litchfield NP, einer unserer Lieblingsparks. Von unserer letzten Reise her wussten wir, wie wunderschön die Wangi Falls und die Florence Falls sind. Diesmal hatte es noch wesentlich mehr Wasser und es war ein Riesenspass, im See unterhalb des tosenden Wangi-Falls zu schwimmen. Etwas wehmütig verliessen wir den Park und übernachteten unweit des Parkausgangs.

Heute hatten wir dann nur noch eine kurze Strecke zu bewältigen. Jetzt stehen wir auf einem Campground in Darwin und lassen es uns gut gehen, d.h.: baden im Pool, lesen, ausruhen.

Kakadu NP: Jabiru und Ubirr

Dienstag, 5. – Donnerstag, 7. Juni

Gumlom 001Vorgestern machten wir uns auf den Weg zum Kakadu Nationalpark. Er ist einer der grössten Parks Australiens und umfasst ein Gebiet in der Grösse der halben Schweiz. Ca. 50 Kilometer von der Hauptstrasse entfernt, im feinen Staub der Holperstrasse, erreichten wir den Gunlum-Wasserfall. Nach der Regenzeit ist er ein tosender Wasserfall… wir erlebten ihn als Rinnsal. Und doch, einfach von unten nur hochschauen kam dann doch nicht in Frage, zumal ein Weg nach oben führt. Wir überlegten kurz und packten dann den Fotoapparat und die Wasserflaschen in den Rucksack. Es war ein sehr steiler, steiniger Weg, mit zum Teil sehr hohen Tritten. Aber der Aufstieg hat sich gelohnt, die Aussicht von oben war sagenhaft.

 

Am Nachmittag erreichten wir dann Cooinda, badeten im wunderschönen Pool und verbrachten die Nacht auf dem dazugehörenden Campingplatz.

 

Gestern Vormittag genossen wir eine Bootsfahrt auf dem Yellow Water River, einem Seitenarm des Alligator River. (Zwar gibt es in Australien keine Alligatoren, dafür Süsswasser- und die um einiges mächtigeren und agressiveren Salzwasserkrokodile). Die Schiffsführerin fuhr die ganze Zeit nur ganz langsam mit dem flachen Boot, so dass wir Passagiere genügend Zeit hatten, all die Krokodile, Wasserbüffel, wilden Pferde, Wasservögel und verschiedenste Bäume und Pflanzen anzuschauen und zu beobachten.

 

Es ist kaum vorstellbar, dass in der Regenzeit das Wasser hier um 3 Meter höher stehen kann, fast das ganze Umland unter Wasser liegt und die Krokodile zuweilen sogar der Reception und der Bar des Campgrounds einen Besuch abstatteten.

Weiter nordwärts sichteten wir immer dickeren Rauch von verschiedenen Buschfeuern und wir waren nicht mehr sicher, ob die Strasse nach Jabiru wirklich noch offen ist. Sie war offen, obwohl die Flammen bis zur Strasse züngelten. Hier aber scheint sich niemand ob dieser Buschfeuer aufzuregen… sie sind einfach normal und gehören zum täglichen Leben.

Heute, 7. Juni,  erkundeten wir den nordöstlichsten Zipfel des Kakadu Nationalparks. Beim Cahills Crossing, einer Furt über den Alligator River, machten wir an unserem Camper die bitternötige Unterbodenwäsche😂.

 

 

Ein Stück weiter, bei Ubirr, bestiegen wir bei recht heissen Temperaturen einen mächtigen Felsen, der uns eine wunderbare Aussicht auf das Sumpfland und das angrenzende Arnheim Land, ein den Aborigenes gehörendes Gebiet, bot.Ubirr

 

In früheren Zeiten benützten die Aborigenes die Felswände dieser Hügel als Unterstand und brachten hier zahlreiche Zeichnungen an.

 

Katherine Gorge – Pine Creek

Sonntag, 3. Juni

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Besuch eines Wallabys bei unserem Morgenessen – 1 m neben uns!
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Eine weitere Hot Spring bei Mataranka

Heute haben wir in schönen Erinnerungen geschwelgt. Nach der Fahrt von Mataranka zurück nach Katherine besuchten wir, wie schon vor knapp 5 Jahren, die imposante Katherine Gorge. Der Fluss hat sich in Millionen von Jahren tief in die Landschaft eingegraben. Süsswasserkrokodile liegen faul am Ufer und lassen sich von der Sonne wärmen. Zu dieser Jahreszeit führt der Katherine River noch recht viel Wasser. Darum konnten wir an einer Flussfahrt teilnehmen, die uns, mit Umsteigen, in zwei Schluchtabschnitte führte. Den Rest des Nachmittags verbrachten wir auf dem Campingplatz von Katherine am und im hübschen Pool.

Montag, 4. Juni

Heute ging für einmal unsere Planung nicht auf 😣! Wir wollten eigentlich die Butterfly Gorge, etwa 120 km nördlich von Katherine besuchen. Schon bald nach Pine Creek bemerkten wir, dass rings um uns der Rauch vieler Buschfeuer den Himmel verdüsterte. Unmittelbar nach der Abzweigung zu dieser Gorge, etwa 60 km nördlich von Pine Creek, dann das Ende des Ausflugs: Road closed! Jä nu, da blieb uns nichts anderes übrig als umzudrehen und auf einen Campground in Pine Creek zu fahren…

Das Gute daran: der Weg war nicht allzulang und wir haben in der Zwischenzeit unseren Camper etwas poliert. Ja, richtig gelesen! Auf der Canning Stock Route waren die Büsche und Sträucher teilweise so nahe am schmalen Track, dass wir ihnen nicht ausweichen konnten und oft „gestreichelt“ wurden (ein hässliches Geräusch!). Aber eben, mit einer guten Politur liessen sich diese „Rally-Streifen“ ausbessern…

Blüte Boab Tree
In der Katherine Gorge entdeckt, was wir bisher noch nie gesehen haben: ein blühender Boab Tree!

Cutta Cutta Caves/Bitter Springs

Samstag, 2. Juni

Keine 30 Kilometer südöstlich von Katherine besuchten wir heute Morgen die Cutta Cutta Caves, eine eher kleinere Kalksteinhöhle. Trotzdem konnten wir viele Tropfsteinformationen in den verschiedensten Farben und Formen bewundern.

 

100 Kilometer von Katherine entfernt hatten wir heute ein besonderes Highlight. Wir würden wetten, dass die meisten, die diesen Blog lesen, auch sehr gerne dabei gewesen wären! In Bittersprings bei Mataranka hat es warme Quellen, die ein Flüsschen speisen, den Roper Creek. So ist es möglich, in 34° warmem, glasklarem Wasser, am besten mit einer Badenudel bewaffnet, sich ganz langsam das Flüsschen hinunter treiben zu lassen, vorbei an Palmen, Paper Bark Trees und Wasserlilien! Vom Einstieg bis zum Ausstieg sind es doch immerhin ca. 300 Meter. Wir haben die Strecke viermal genossen und konnten kaum aufhören!

 

Kununurra – Katherine

Donnerstag, 31. Mai

Heute galt es, vom wunderschönen Campground in Kununurra Abschied zu nehmen.

Katherine 001Schon nach 50 km erreichten wir das Northern Territory, was bedeutete, dass wir die Uhren um 1 1/2 Stunden vorstellen mussten. Bald machten wir auch unseren ersten Halt im Keep River Nationalpark. Zwischen alten, dicken Boab-Trees machten wir eine kurze Wanderung dem beinahe schon wieder ausgetrockneten Keep River entlang. Vor wenigen Wochen, so ist uns erzählt worden, stand hier noch das ganze Land unter Wasser….!

Unsere Fahrt ging weiter nach Timber Creek. Kurz vor dieser kleinen Ortschaft bestaunten wir den riesigen Gregory Tree, ein Boab Tree, den schon die ersten Siedler entdeckt hatten und 1856 ihren Besuch als Inschrift im Stamm dokumentierten.

Als Abschluss des Tages sahen wir einer Süsswasser-Krokodil- und Greifvogelfütterung zu, wenn auch mit eher gemischten Gefühlen…

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Süsswaaerkrokodil
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Milan, wartend auf Futter
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Milan (Kite)

Freitag, 1. Juni

Unser heutiges Reiseziel, Katherine, liegt etwa 300 km von Timber Creek entfernt. Das bedeutete, ungefähr 4 Stunden Fahrt auf dem Highway. Mit einer längeren Wanderung im Gregory Nationalpark unterbrachen wir diese lange Fahrt. Wir liessen es uns auch nicht nehmen, nochmals richtiges 4WD-Feeling zu erleben und fuhren zur ehemaligen Victoria River Crossing, einer Furt über den Victoria River.

Nun stehen wir, nach einem Besuch bei „Woolys“ für Einkäufe, auf dem selben Campground, den wir schon vor 5 Jahren für eine Übernachtung nutzten!