Tauchen oder schnorcheln in Exmouth?

Diese Frage hat uns im Vorfeld der Planung länger beschäftigt. Da wir nirgends eindeutige und befriedigende Aussagen fanden, haben wir uns entschlossen, beides zu tun. Irgendwie gehörte es zu unseren „must dos“, das Tauchen am Ningaloo Reef, genauso wie das Tauchen am Great Barrier Reef vor 5 Jahren.

Nun, das Tauchen war enttäuschend. Die Ausrüstung war von eher schlechter Qualität. Das Boot, mit dem wir auf’s Meer hinausfuhren recht klein und die Crew (dive guides) war nicht überzeugend. Der erste Tauchplatz, auf der Riff-Aussenseite, versprach einiges und hielt nichts! Warum wir auf 27 m abtauchten, bleibt rätselhaft, denn Fische haben wir kaum gesehen. Besonders ärgerlich: dadurch wurde die Tauchzeit unnötig verkürzt und als Highlight quasi wurde Vreni vom Guide nach oben auf das Schiff geschickt, als sie immer noch 85 bar in der Flasche hatte…

Der zweite Tauchgang fand dann auf der Riff-Innenseite, also landwärts statt. Viele grössere und kleinere Korallenblöcke sind auf einer riesigen Sandfläche verteilt. Einzelne Blöcke sind schön bewachsen und beherbergen auch recht viele unterschiedliche Fischarten. Allerdings: unser Guide war wohl ziemlich unsicher, denn er schwamm einige Male an den selben Blöcken vorbei… Mit einer maximalen Tiefe von gut 7 m und meist einer Tiefe von 3 – 4 Metern, war das eher tief schnorcheln als tauchen…!

Es tröstete uns wenig, von andern Leuten zu hören, dass es auch schöne Tauchplätze gäbe…

Offensichtlich lebt die Tourismusindustrie hier vom Schwimmen mit den Walhaien. Denn der nächste Tag war für uns ein ganz anderes Erkebnis: gut ausgerüstetes Boot mit genügend Platz, gute Ausrüstung und Verpflegung an Bord (bis hin zum Cüpli am Ende der Fahrt).

Unser Fazit ist klar: Solange nicht bessere Divecenters in Exmouth zu finden sind, ist das Tauchen hier wohl Glücksache. Das Schwimmen und Schnorcheln mit den Walhaien hingegen war super, wenn auch fast doppelt so teuer wie das Tauchen (ab ca. 400 AUD).

Wir wundern uns nun auch nicht mehr so sehr, weshalb die grösseren Anbieter von Tauchreisen das Ningaloo Reef kaum promoten, obwohl es viel schöner als das Great Barrier Reef sein soll…

Exmouth

Freitag, 27. bis Sonntag, 29. April

Auf der Weiterfahrt von Carnavron machten wir einen Abstecher zu einem der berühmtesten Strände hier in Westaustralien, an die Coral Bay. Der weisse Strand ist seht breit, das Wasser türkisblau, Schatten hat es kaum, dafür immens viele Leute. Auch auf dem Campingplatz stehen die Zelte so nahe, dass sich die Zeltschnüre mit denen des Nachbarn kreuzen.DSC01810

Weiter nordwärts wurde es immer wärmer, die Büsche immer niedriger und plötzlich fielen uns auch die rostbraunen Termitenhügel auf.DSC01812

Seit vergangenem Donnerstagabend stehen wir nun mit unserem Vehikel auf einem schönen Campingplatz hier in Exmouth. Wir geniessen das Sommerwetter, baden im Pool, waschen unsere Wäsche, kochen und waschen ab… alles ganz alltägliche Verrichtungen. Die grosse Hauptsache aber, dass wir hier so lange bleiben, sind zwei wichtige Dinge: die Walhaie und die Detailplanung für unsere 14- tägige Tour ins Outback.

Die Walhaie… nachdem wir am Freitag zwei Tauchgänge mittlerer Güte (mit wenigen Korallen, wenigen Fischen, aber einer Unzahl an Kugelfischen) erlebt hatten, konnten wir gestern an einem Tagesausflug in Sachen Walhai teilnehmen. Glücklicherweise bestand unsere Schnorchelgruppe nur aus gerade 10 SchnorchlerInnen und der 4-köpfigen Crew. Während einer guten Stunde fuhr unser Schiff ausserhalb des Riffs langsam und wartend… wartend auf Bericht aus dem übekr uns kreisenden Kleinflugzeugen, welche von oben nach den Walhaien Ausschau hielten. Sicherheitshalber machten wir uns und unsere Schnorchelutensilien startklar, denn, plötzlich kam von oben der Bericht, „Walhai in Sicht“.  Dann wurde es hektisch. Das Boot fuhr so schnell als möglich an den richtigen Ort, dann kam das Kommando „go! go! go!“, also ab ins Wasser und in einer geordneten Linie hin zum erwarteten Riesenfisch schwimmen. Da war er (es war zwar offenbar eine Sie)! Viele Meter lang, ganz knapp und total langsam unter der Wasseroberfläche schwimmend, bewegte sich dieser grösste Fisch, den es überhaupt gibt. Es war ein überwältigendes Gefühl, zusammen mit einem so immens grossen Tier zu schwimmen! Wir hatten genügend Zeit, es ganz genau zu beobachten und anzuschauen. Die Haiin öffnete ihr riesiges Maul, um die Kleinstlebewesen aus dem Wasser zu filtern und das Wasser strömte durch ihre riesigen Kiemen wieder ins Meer. Es war schon noch gut zu wissen, dass die Kehle nur einen Durchmesser von ca. 10 cm. hat!

Drei mal konnten wir mit der gleichen Walhaidame je etwa eine Viertelstunde zusammen schwimmen… beim 4. Mal handelte es sich um einen Turbowalhai! Er erschien, schaute die Taucher kurz an… und tauchte in die Tiefe ab. Diese Erlebnisse sind unvergesslich und wir werden uns sicher immer daran erinnern!

Das Vorbereiten unserer Tour ins Outback:…wir mussten uns überlegen, was wir in dieser Zeit essen möchten, wieviel Portionen Fleisch, Gemüse und Früchte in unserem Camperkühlschrank überhaupt Platz haben, wieviele Liter Mich und Trockenmüesli wir wohl zu den Frühstücks vertilgen werden und einen ganz genauen Menüplan für 14 Tage erstellen (bis hin zum Gewürz und dem Bratöl). Ein gröberes Problem stellt sich noch… wo verstauen wir wohl die nötigen 60 Liter Trinkwasser? Und nicht zu vergessen: einige Dosen Bier brauchen auch noch Platz…!

Ein Mitglied der Crew machte den ganzen Tag über Fotos und Filme. Alle Unterwasser- Fotos in diesem Beitrag stammen von ihm.

Denham – Carnarvon

Mittwoch, 25. April

Vermutlich haben wir heute endgültig die wärmeren Klima- Zonen erreicht.😃 Bis zum heutigen Tag begleitete uns eigentlich immer „gutes“ Wetter, d.h. am Himmel zeigten sich immer Wolken, vielfach blies ein mässiger bis starker Wind und in den ersten beiden Wochen unserer Reise gab es jeden Tag einen kurzen Regenschauer. Wir hatten aber sehr Glück…die Tropfen fielen immer dann, wenn wir im Camper sassen oder wenn wir unterwegs am Fahren waren. Nie mussten wir einen Ausflug oder eine Besichtigung verschieben. Seit einer Woche aber wurde es nicht mehr nass und heute hatten wir auch zum ersten Mal das Gefühl von Hochsommer. Hier in Carnarvon haben wir nun die ersten Bananenplantagen entdeckt

Unterwegs von Denham hieher machten wir einen kleinen Abstecher zu den Hamelin-Stromatolithen an der Shark Bay. Auch hier bauen unendlich viele Bakterien seit Jahrtausenden an „steinernen“ Gebilden.

 

 

Kalbarri – Denham / Monkey Mia

Montag, 23. April

Heute hiess es vom Kalbarri Nationalpark Abschied zu nehmen. Wir hatten eine Fahrt von 375 km vor uns, auf vorwiegend geraden Strassen, hügelauf und hügelrunter. Auf halber Strecke tankten wir in einem Roadhouse Kaffee, frischgebackenen Kuchen und Diesel.

 

Anschliessend ging die Fahrt weiter Richtung Shark Bay. Kurz vor dem Ziel erreichten wir die Shell Beach. Unglaublich: der ca. 100 m breite Strand besteht aus lauter kleinen Muscheln!

 

In Denham buchten wir für den Folgetag eine Bootstour.

Dienstag, 24. April

Ein Muss für jeden Besucher Westaustraliens ist Monkey Mia. Ein ganz kleiner Ort, der von seinen Delfinen, Seekühen und Schildkröten lebt. Bereits morgens um 8 Uhr fand die erste Delfin-Fütterung statt. Etwa 10 Delfine warteten im seichten Wasser kreisend geduldig auf ihr Frühstück. Nach der entsprechenden langdauernden Einführung durch eine Rangerin erhielten die Tiere einige Fische, dargereicht von ausgewählten Zuschauern. Einerseits ist aus unserer Sicht eine solche Vorstellung fragwürdig, andererseits konnte durch den rigorosen Schutz der Delfine ihr Bestand erhalten werden und die Leute können so sicher auch für den Schutz der Meerestiere sensibilisiert werden.

 

Auf der anschliessenden Bootstour auf einem Katamaran genossen wir eine dreieinhalb stündige Rundfahrt in der Bucht von Monkey Mia. Unterwegs sahen wir Dugongs (Seekühe) und Schildkröten beim Atemholen sowie von weitem einige Delfine.

 

Nochmals übernachten wir in Denham, auf dem westlichsten Campingplatz Australiens.

Kalbarri

Sonntag, 22. April

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Kangurus auf der Strasse

Wir bleiben für zwei Übernachtungen in Kalbarri. Nach der ersten, wirklich warmen Nacht (ohne Fasi über den Pyjamas), machten wir uns nach dem Frühstück auf, den Norden des Kalbarri-Nationalparks zu erkunden.Das erste Highlight war nicht etwa eine eindrückliche Felsformation, nein, zwei Kängurus leckten auf der Strasse die spärlichen Wasserpfützen vom kurzen Morgenschauer auf.

An verschienen Aussichtspunkten hatten wir herrliche Rundsichten über den Canyon des Murchison River.

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Murchison River

Dieser hat sich in tausenden von Jahren eine tiefe Schlucht gegraben. Sogar ein Fenster hat das Wasser und der Wind aus dem Fels geschliffen. Wie das halt so üblich ist, fliesst das Wasser am tiefsten Punkt…darum hatten wir einige Male einen Abstieg und anschliessend einen etwas schweisstreibenden Aufstieg zu bewältigen. Wir waren direkt froh, dass nicht absolut wolkenloses Wetter herrschte und ab und zu ein kühlender Wind wehte.

Cervantes – Kalbarri

Freitag, 20. April

Die Fahrt von Cervantes nach Geraldton brachte nicht sehr viel Abwechslung. Auf der einen Seite das tiefblaue Meer mit etwas Brandung und auf beiden Seiten der Strasse Sanddünen, Büsche, hie und da Eukalyptusbäume und Prothea-Sträucher, und manchmal wieder grosse, abgeerntete Felder. Man darf sich aber von der Eintönigkeit der Landschaft und den gerade verlaufenden Strassen nicht einlullen lassen, da jederzeit Tiere, vor allem Kängurus, einem vor den Kühler springen könnten. Leider liegen sehr viele tote Kangurus am Strassenrand…

Dann, etwa auf halbem Weg, lernten wir eine neue Sportart kennen: Sandsurfen, also eine Düne mit einem Surfboard hinunterschlitteln. …wenn möglich unten direkt ins Meer!

 

Samstag, 21. April

Heute machten wir unseren ersten Stopp beim Pink Lake, einem riesigen, praktisch eingetrockneten Salzsee. Eine Algenart verfärbt das Salz und restliche Wasser in ein zartes Pink… unglaublich und surreal!

In der Nähe unseres heutigen Ziels, Kalbarri, sahen wir an der Küste eine natürliche Brücke und im Meer draussen eine Delphin-Schule mit weit über 20 Tieren.

Unterdessen sind die Temperaturen gestiegen, bald gegen 30° – Faserpelz ade!